Dupuytren'sche Kontraktur

Bei der Dupuytren’schen Erkrankung handelt es sich um eine gutartige Wucherung des Bindegewebes der Handinnenfläche und der Finger. Häufig entstehen zunächst kleine Knoten in der Handfläche. Mit Fortschreiten der Erkrankung erstreckt sich die Veränderung strangartig auf die Finger. Dies hat eine langsam zunehmende, permanente Beugestellung eines oder mehrerer Finger zur Folge. Die Ausprägung verläuft in Schüben, am häufigsten sind Ringfinger und Kleinfinger betroffen.

Die Sehnen sind dabei völlig gesund, auch wenn die sehnenartigen Stränge in der Hohlhand etwas anderes vermuten lassen. 

Die Dupuytren’sche Kontraktur tritt insbesondere in Nordeuropa relativ häufig auf, Männer sind dabei erstaunlicherweise bis zu neun mal mehr betroffen als Frauen.

Statistiken sprechen davon, dass in Deutschland jeder fünfte Mann über 60 Jahre mehr oder weniger starke derartige Anzeichen aufweist. Die genauen Ursachen sind bislang nicht bekannt, es scheint jedoch eine genetische Veranlagung zu geben.

 

Die Behandlung

 

Sobald die zunehmend starke Beugestellung der Finger hinderlich wird, empfiehlt sich ein handchirurgisches Eingreifen, um wieder richtig zupacken zu können.

Es stehen heute verschiedene Methoden zur Verfügung:

Operative Therapie

1. Partielle Fasziektomie: das betroffene Gewebe wird entfernt

2. Komplette Fasziektomie mit Entfernung der Knoten und Stränge: alles Bindegewebe in der Handfläche und an den Fingern wird entfernt. Abhängig von der Ausprägung müssen Nervenlösungen und Hautverschiebungen durchgeführt werden.

Nicht-operative Therapien

1. Perkutane Nadelfasziektomie: isolierte Stränge werden durch die Haut mit einer Nadel durchstochen. Der Strang kann danach aufgebrochen werden.

2. Mikrobielle Collagenase Histolyticum: Es handelt sich um eine nicht operative Methode, bei der ein Enzym direkt in den Strang eingespritzt wird. Dieses löst das Gewebe auf, so dass es ca. 24 Std. später aufgebrochen werden kann. 

Die Herstellerfirma hat das Medikament jedoch in Deutschland vom Markt genommen, so dass es aktuell nicht mehr zur Verfügung steht.

Warten Sie mit dem Eingriff nicht zu lange, sonst kann es schlimmstenfalls zu aufwendigen Zusatzeingriffen kommen.

Als sicherer Indikator dient folgende Beobachtung. Wenn der Abstand zwischen Fingernagel und Tischplatte bei der auf dem Handrücken liegenden Hand mehr als ca. 5 – 6 cm beträgt, sollte spätestens ein operativer Eingriff erfolgen.

Die Operation erfolgt in Regional- oder Allgemeinnarkose. Die konkrete Schnittführung, um das veränderte Gewebe möglichst vollständig zu entfernen, hängt dabei in der Regel von den individuellen Voraussetzungen bzw. dem Stadium der Erkrankung ab.